Lage: Amsterdam-Zuid, direkt südlich der historischen Innenstadt, zwischen dem Museumsviertel und der Amstel.
De Pijp ist eines der am dichtesten besiedelten Viertel Amsterdams und einer der beliebtesten Orte zum Essen, Trinken und Bummeln. Das Ende des 19. Jahrhunderts als Arbeiterviertel erbaute Quartier ist heute bekannt für den Albert-Cuyp-Markt, eine vielfältige internationale Gastronomie und lange Straßen voller Cafés, Terrassen und unabhängiger Läden.
Das Viertel hat weniger große Sehenswürdigkeiten als der Grachtengürtel, doch genau darin liegt sein Reiz: In De Pijp erleben Sie, wie Amsterdam im Alltag lebt, während Rijksmuseum, Van-Gogh-Museum und Heineken Experience alle zu Fuß erreichbar sind.
Geschichte von De Pijp
Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Gebiet südlich der Singelgracht offenes Polderland, durchzogen von langen, schmalen Entwässerungsgräben. Als die Bevölkerung Amsterdams während der Industriellen Revolution rasch wuchs, brauchte die Stadt Platz für Tausende neuer Arbeiter. Zwar gab es Pläne für ein eleganteres neues Viertel, doch letztlich wurde das Gelände aufgeschüttet und schnell bebaut, größtenteils von privaten Bauunternehmern.
Statt einen neuen Straßenplan anzulegen, folgten die Bauherren einfach den alten Polderparzellen. Deshalb hat De Pijp bis heute lange, gerade und recht schmale Straßen, gesäumt von gleichförmigen vierstöckigen Backsteinhäusern. Der Name „De Pijp“ (das Rohr) bezieht sich vermutlich auf diese langen, rohrartigen Straßen, auch wenn die genaue Herkunft nicht sicher ist.
Achten Sie auf die Straßenschilder: Die meisten Straßen sind nach niederländischen Malern benannt, viele davon aus dem Goldenen Zeitalter, darunter Ferdinand Bol, Gerard Dou, Jan Steen, Frans Hals und Albert Cuyp. Auch Maler lebten hier; Piet Mondrian etwa hatte ein Atelier im Viertel.
Lange Zeit war De Pijp ein überfülltes und eher raues Arbeiterviertel. Später zogen unter anderem Menschen aus Spanien, Marokko, der Türkei und Surinam hierher, die den internationalen Charakter prägten, den das Viertel bis heute hat. In den letzten Jahrzehnten wurde es umfassend saniert und zählt heute zu den begehrtesten Wohngegenden der Stadt.
Straßen und Atmosphäre
De Pijp wird grob durch die Ceintuurbaan zweigeteilt. Nördlich davon liegt die Oude Pijp (Alte Pijp) mit dem Albert-Cuyp-Markt, den meisten Restaurants und den belebtesten Straßen. Südlich davon liegen die Nieuwe Pijp (Neue Pijp) und die Diamantbuurt, die in den 1920er- und 1930er-Jahren entstanden; hier ist die Architektur abwechslungsreicher und die Straßen sind ruhiger.
Die Ferdinand Bolstraat und die Van Woustraat sind die wichtigsten Einkaufsstraßen, während kleinere Straßen wie die Gerard Doustraat, die Eerste van der Helststraat und die Frans Halsstraat voller Cafés und Restaurants sind. Der Gerard Douplein, ein kleiner Platz voller Terrassen, gehört an sonnigen Nachmittagen zu den lebhaftesten Orten des Viertels.
Ein Spaziergang durch De Pijp
Unterwegs in De Pijp
De Pijp ist gut an den Rest Amsterdams angebunden. Mehrere Straßenbahnlinien fahren durch das Viertel, und die Metrolinie 52 (die Nord-Süd-Linie) hält an der Station De Pijp in der Ferdinand Bolstraat, mit direkten Verbindungen nach Amsterdam Centraal und Amsterdam Zuid. Mehr dazu lesen Sie in unseren Ratgebern zur Straßenbahn in Amsterdam und zur Amsterdamer Metro.
Das Viertel ist kompakt und lässt sich gut zu Fuß erkunden, doch mit dem Fahrrad verbinden Sie De Pijp am bequemsten mit dem Museumplein, dem Vondelpark und dem Grachtengürtel. Wenn Sie noch nie in einer belebten Stadt Rad gefahren sind, erklärt unser Ratgeber zum Radfahren in Amsterdam die wichtigsten Regeln und bietet praktische Tipps und Routenideen. Ein Fahrrad mieten können Sie direkt im Viertel, am Black-Bikes-Standort in der Ferdinand Bolstraat, ganz in der Nähe der Heineken Experience und des Albert-Cuyp-Markts.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in De Pijp
Albert-Cuyp-Markt
Der Albert-Cuyp-Markt ist einer der belebtesten und bekanntesten Straßenmärkte der Niederlande. Den Markt gibt es seit 1905, und heute säumen rund 260 Stände die Albert Cuypstraat zwischen der Ferdinand Bolstraat und der Van Woustraat. Sie finden hier frisches Obst und Gemüse, Fisch, Käse, Blumen, Kleidung, Stoffe und Haushaltswaren sowie jede Menge Streetfood, von rohem Hering bis zu frisch gebackenen Stroopwafels.
Der Markt ist von Montag bis Samstag vom Morgen bis zum späten Nachmittag geöffnet und sonntags geschlossen. Die beste Atmosphäre erleben Sie am Vormittag oder zur Mittagszeit; gegen Ende des Nachmittags beginnen die ersten Händler abzubauen.
Albert-Cuyp-Markt. Foto: Steven Lek, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Sarphatipark
Der Sarphatipark ist das grüne Herz von De Pijp: ein kleiner Park im englischen Landschaftsstil mit Teichen, Rasenflächen, geschwungenen Wegen und einem Spielplatz. Er ist nach Samuel Sarphati (1813–1866) benannt, einem Arzt und Stadtplaner, der viel für die Lebensbedingungen im Amsterdam des 19. Jahrhunderts getan hat. Das reich verzierte Brunnendenkmal in der Mitte des Parks stammt aus dem Jahr 1886. Während der deutschen Besatzung wurde der Park umbenannt, weil Sarphati Jude war; 1945 erhielt er seinen ursprünglichen Namen zurück.
An warmen Tagen füllt sich der Park mit Anwohnern, die picknicken, lesen oder joggen – ein guter Ort für eine Pause mit etwas Leckerem vom Markt.
Heineken Experience
Die Heineken Experience an der Stadhouderskade befindet sich in der ehemaligen Heineken-Brauerei, in der bis 1988 Bier gebraut wurde. Heute ist sie eine der meistbesuchten Attraktionen Amsterdams, mit einer interaktiven Tour über die Geschichte der Marke und den Brauprozess.
Museumplein in der Nähe
Gleich auf der anderen Seite der Boerenwetering, am westlichen Rand von De Pijp, liegt der Museumplein mit dem Rijksmuseum, dem Van-Gogh-Museum und dem Stedelijk Museum. Auch wenn er streng genommen außerhalb des Viertels liegt, ist er zu Fuß oder mit dem Rad nur wenige Minuten entfernt. Weitere Museen, Sehenswürdigkeiten und Parks in der ganzen Stadt finden Sie in unserem Ratgeber zu Aktivitäten in Amsterdam.
Restaurants, Cafés und Nachtleben
De Pijp gilt als eines der besten Gastronomieviertel Amsterdams. Die internationale Bevölkerung spiegelt sich in der Vielfalt der Küchen wider: von surinamisch, indonesisch, marokkanisch und türkisch bis japanisch, italienisch und thailändisch, dazu traditionelle niederländische Braune Kneipen („bruine cafés“).
Die meisten Restaurants und Cafés konzentrieren sich rund um die Albert Cuypstraat, die Gerard Doustraat, die Eerste van der Helststraat und die Ferdinand Bolstraat. Kaffeebars und Brunch-Lokale gibt es fast an jeder Ecke, und in den wärmeren Monaten füllen sich die Terrassen in diesen Straßen ab dem späten Vormittag.
Abends ist in De Pijp viel los, aber es geht entspannter zu als in den Ausgehvierteln rund um den Leidseplein und den Rembrandtplein. Statt großer Clubs finden Sie hier Cocktailbars, Weinbars, Craft-Beer-Bars und traditionelle Kneipen, in denen oft bis spät Betrieb herrscht, besonders am Wochenende.
Shopping und Freizeit
Abgesehen vom Markt dreht sich das Einkaufen in De Pijp vor allem um unabhängige Geschäfte: Boutiquen, Feinkostläden, Vintage-Läden, Buchhandlungen und Designgeschäfte, überwiegend in der Ferdinand Bolstraat, der Van Woustraat und den umliegenden Seitenstraßen.
Für Familien gibt es in der Nieuwe Pijp einen Kinderbauernhof (Kinderboerderij De Pijp), und im Sarphatipark gibt es einen eingezäunten Spielplatz. Außerdem bietet das Viertel mehrere Kinos, Yogastudios und Wellnesszentren, falls Sie nach einem Tag Sightseeing zur Ruhe kommen möchten.
Warum De Pijp besuchen?
In De Pijp erleben Sie den Amsterdamer Alltag: morgens Einkaufen auf dem Markt, ein ausgiebiges Mittagessen auf einer Terrasse und abends ein Essen in einem der vielen internationalen Restaurants. Zusammen mit der zentralen Lage neben dem Museumplein und der Innenstadt macht das De Pijp zu einem der schönsten Viertel der Stadt, ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad.